Hande waschen

Wochenandacht Judika

02.04.2020

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20,28)

Wieder und immer wieder musste Jesus das seinen Jüngern erklären: Die Herrschaft Gottes, dieses Himmelreich nach der sich so viele sehnten, es ist keine Herrschaft, die durch Gewalt regiert.

Die Macht Gottes ist die Macht der Liebe, dieser unwiderstehlichen Kraft und Energie, die aus nichts etwas machen kann, die alle Angst nimmt, die hilft und heilt, die stark ist wie der Tod.

Wer also in Gottes Reich herrschen will, muss dienen lernen. Jesus hat das vorgemacht, als er seinen Jüngern die Füße gewaschen hat. Er ging dazu auf die Knie, und verrichtete Sklavenarbeit.

Heute würde er uns die Hände waschen. Ein schlichtes Ritual voller Kraft: Ich will dass du gesund bleibst, wenn du zu mir kommst. Ich will dir das schädliche, das gefährliche, das tödliche abnehmen, damit du leben kannst, frei und unbeschwert, sicher und geborgen.

Jesus ist gekommen um zu dienen. Ja sogar um zu sterben. Er hat seiner Zusage: „Ich bin für dich da!“ keine Grenze gesetzt. Dass darf uns gewiss machen, dass er uns tatsächlich nie allein lässt. Es darf uns aber auch entlasten: Nicht jeder muss ein kleiner Jesus sein, der sein Leben für andere aufopfert.

Es gibt Dinge, die gehören zur göttlichen Liebe. Und dann gibt es uns, die wir uns dennoch darin einüben können, mehr aufeinander zu achten, in guter Weise füreinander da zu sein, einander die Hände zu waschen und gemeinsam der göttlichen Liebe Raum geben.

In unserem Leben, in unserer Gemeinde, in unseren Dörfern in unserem Land. Manchmal fordert das Demut, manchmal Verzicht. Aber gerade dann hilft uns die Erinnerung an Jesus, der alles gegeben hat. Für uns.

(Pastor Philipp Kurowski)

Foto: Elisaveta Dankevich/ unsplash.com