Gedanken zur Woche
18.07.2016
Gedanken zur Woche von Prediger Samuel Liebmann, Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche Flensburg
"Lebt als Kinder des Lichts!"
Ein Mann wohnte in einem dunklen Zimmer. Er mochte die Dunkelheit nicht. Mit Beschimpfungen und Beschwörungen versuchte er sie mit aller Kraft zu vertreiben. Aber die Dunkelheit verschwand nicht. Eines Tages besuchte ihn eine weise Frau. Sie sagte zu ihm: „Das, was dich ärgert, die Dunkelheit, gibt es eigentlich gar nicht. Dagegen zu kämpfen bringt deshalb nichts. Konzentriere dich lieber darauf, mehr Licht in deine Wohnung zu bringen und du wirst sehen, dass dein Problem von allein verschwindet.“ Der Mann lachte nur. Er konnte nicht glauben, dass eine so einfache Methode einen so übermächtigen Feind wie die Dunkelheit besiegen könnte. Dabei hätte ein einziges Licht ihn vom Gegenteil überzeugen können …
Eine nachdenkenswerte Geschichte. Aber stimmt das: die Dunkelheit gibt es gar nicht? Sie ist doch allgegenwärtig: In der großen weiten Welt, wie auch in meiner kleinen, überschaubaren Welt. Und doch hat die Frau auch recht: Dunkelheit ist Abwesenheit von Licht. Das heißt: Dunkelheit in der Welt ist Abwesenheit von Liebe und Frieden. Soweit so gut. Aber mit diesem Wissen allein wird es noch nicht heller in der Welt. Und das, obwohl es nicht an der Sehnsucht nach Licht und Liebe mangelt! Warum bleibt es dann oft so dunkel? Fehlt uns der Glaube – wie dem Mann in der Geschichte? Oder fehlt uns schlicht die Kraft, „Licht“ zu leben, weil es in uns selbst dunkel ist?
Wir brauchen es, angestrahlt zu werden – wie der Mond – um in der Dunkelheit leuchten zu können. Wir brauchen die Sonne der Liebe Gottes! Wir brauchen das Licht seiner Liebe und seines Friedens – für uns und unsere Welt. Vielleicht fehlt uns an dieser Stelle der Glaube, dass mit Jesus Christus – dem Licht der Welt – es anders aussehen könnte in der Welt. Probieren wir es doch aus und lasst uns leben als „Kinder des Lichts“!