Hier könnte Paulus von Ananias getauft worden sein: Ananias-Kapelle in Damaskus.

Gedanken zur Woche

12.08.2016

Gedanken zur Woche von Preben K. Mogensen, Dänische Kirche in Südschleswig (DKS)

"Nach Damaskus"

Damaskus, von jeher die Hauptstadt Syriens, ist eine schöne Stadt  mit einer jahrtausendelangen und gebeutelten Geschichte. Also genau das richtige Reiseziel für einen Sommerurlauber mit besonderen Ansprüchen, wäre da nicht gerade wieder... Saulus von Tarsus machte sich auch nicht als Tourist von Jerusalem auf den Weg nach Damaskus, sondern um Christen zu verfolgen. Das schafft man zur Zeit ja aber auch ohne Mithilfe von außen. Was Saulus dann auf dem Weg passierte, beschreibt der Kommentar  zur Apostelgeschichte 9,1-9 mit folgenden Worten: „Die Bekehrung des Christenverfolgers Saulus, der zum (Paulus) wichtigsten Missionar und Theologen der Urkirche wurde, war eines der bedeutendsten Ereignisse nicht nur der Kirchen- , sondern auch der Weltgeschichte“.

Diese Bedeutung in der Zeit steht tatsächlich außer Frage, aber es geht ja vor allem um die Bedeutung „jenseits der Zeit“, in Ewigkeit. Vielleicht als Däne besonders verpflichtet, muss ich hierbei in Bezug auf die Bekehrung des Paulus immer an den alten Schweden, August Strindberg, denken, der 1898-1904 ein sehr autobiographisches und literaturgeschichtlich erneuerndes Stück mit dem Titel „Till Damaskus“ schrieb, wo das „ich“ den Weg von Sünde und höllischer Verzweiflung hin zu Gott gewandelt und erneuert beschreitet.

Für Paulus bedeutete dieser Wandel, seine Bekehrung, dass er vom Verfolger zum Verfolgten wurde und nach kurzer Zeit aus Damaskus fliehen musste, ein wenig beneidenswerter Wandel, wenn nicht eben kein Zweifel daran bestünde, wer den Wandel bewirkt: Jesus Christus. Er behütet, bewahrt und erneuert seine Kirche und erwählt sich hierfür wundersame Werkzeuge damals, heute und jenseits der Zeit.