Gedanken zur Woche
16.08.2016
Gedanken zur Woche von Pastor Thomas Nolte, Diakonisches Werk im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg.
5 : 1, beim Fußball spricht dieses Ergebnis eine klare Sprache. Die Sieger waren eindeutig besser, die gegnerische Mannschaft hatte nicht viel dagegen zu setzen.
5 : 1, so eindeutig sollte nach der Auffassung von Psychologen auch das Verhältnis zwischen Lob und Tadel aussehen. Ist das Lob nach ihrer Meinung ein hervorragender und zudem kostenloser Verstärker für menschliches Verhalten und sollte dieses deshalb fünfmal mehr eingesetzt werden als der Tadel.
Wie halten sie es damit? Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich ertappt fühle. Klage und Tadel kommen mir sicher häufiger über die Lippen als das Lob. Und ist es nicht so, dass es gerade in diesen Zeiten auch viel Grund zur Klage gibt? Kein Tag vergeht doch ohne schlechte Nachrichten!
Und im Beruf, beim Verhalten von großen und kleinen Menschen, in der Politik, im sozialen Miteinander – überall gibt es Defizite und Kritikwürdiges.
Und dennoch möchte ich den Aufruf der Psychologen zu mehr Lob und weniger Klage nicht zur Seite legen. Schon allein deshalb nicht, weil mein und unser aller Leben auch die andere Seite hat: Was geschieht da nicht alles an Erfreulichem?
Vom herrlichen Sonnenuntergang bis zum Kinderlachen, vom erfrischenden Bad in der Ostsee bis zur geglückten Unternehmung mit Freunden. Auch darauf will ich meinen Blick lenken und diesen nicht verstellen lassen durch die Dominanz des Mangelhaften. Denn nur so kann ich gesund bleiben an Leib und Seele.
Das wusste auch schon der Beter des 103. Psalms, weshalb er spricht und rät: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.